Film

Projekt: SCHWARZER KIES


  • Weltpremiere der digitalisierten Fassung von SCHWARZER KIES bei den Berlinale Classics
  • Helmut Käutners Film sorgte für Kontroversen
  • Der betont (neo-)realistisch inszenierte Thriller zeichnete ein kritisches Zeitbild der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft
  • Hauptdarsteller Helmut Wildt als skrupelloser Bauunternehmer Robert Neidhardtin in SCHWARZER KIES

Die digitalisierte Fassung von Helmut Käutners Film SCHWARZER KIES (BRD 1961) wird im Rahmen der Sektion Berlinale Classics bei den 67. Internationalen Filmfestspielen Berlin am 15. Februar 2017 seine Weltpremiere feiern.
Käutners stilistisch an amerikanische Noirs und B-Movies angelehnte Abrechnung mit der BRD untersucht die Auswirkungen der amerikanischen Besatzung auf die Bewohner eines Kaffs in der westdeutschen Provinz. Protagonist Robert Neidhardt, gespielt von Helmut Wildt, profitiert am Bau eines Militärflughafens mit dem Schwarzhandel von Kies. Seine Skrupellosigkeit treibt Neidhardt dabei bis zum Äußersten.

Kurz nach Verleihstart erstattete der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland Anzeige wegen Beleidigung des jüdischen Volkes. Gegen den Willen des Regisseurs entfernte die Ufa Film Hansa daraufhin die beanstandeten Szenen. Außerdem wurde für den weiteren Verleih das pessimistische Ende des Films abgeändert.
In den Beständen der Murnau-Stiftung befindet sich eine 35mm-Kopie, die der Premierenfassung von SCHWARZER KIES entspricht. 2016 wurde das Kameranegativ des Films in 3K-Auflösung von Arri Media digitalisiert und anhand der Kopie die Premierenfassung nachvollzogen: Die entfernten Teile und das ursprüngliche Ende wurden ergänzt.

Für den digitalen Kinoverleih steht nun wieder die von Käutner intendierte Fassung als 2K DCP zur Verfügung, ergänzt zum instruktiven Vergleich um das Ende der Verleihfassung. Gefördert wurde die Digitalisierung mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

„Käutners Film ist ein herausragendes Beispiel für den unverstellten Blick auf die Abgründe der westdeutschen Nachkriegsrealität. Dass er sich dabei der direkten und kontrastreichen Sprache des B-Pictures bediente, macht ihn zu einer Rarität, die nun wieder entdeckt werden kann,“ so Rainer Rother, Leiter der Retrospektive und Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek

Termine auf der Berlinale 2017:
Mi 15.02. 19:00 (CinemaxX 8) mit Einführung von Anke Wilkening
Do 16.02. 14:00 (CinemaxX 8)

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